Freitag, 23. März 2018

L.Pribytkowa: Braucht Nordkorea Atomwaffen? (2. Teil)

Die KVDR auf der „Achse des Bösen“
Im Jahre 2003 bezeichnete George W. Bush die KVDR als der Teil der „Achse des Bösen“. Der Irak wurde angegriffen und zerstört – das zeigte, was andere Länder erwartet, die zu dieser „Achse“ gezählt werden.
Der UNO-Sicherheitsrat, der vom Diktat Washingtons geführt wird, erfindet eine Resolution nach der anderen, um der KVDR faktisch das Recht auf Selbstverteidigung, auf Herstellung ballistischer Raketen, das Recht auf den Austritt aus dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen, das Recht auf Herstellung und Nutzung von Satelliten, das Recht auf Waffenkäufe in anderen Ländern und die Übertragungsrechte von nuklearen Technologien anderer Ländern streitig zu machen. Obwohl die Mitglieder des Sicherheitsrats und auch eine Menge anderer Länder frei über diese Rechte verfügen.
Ständig werden die militärischen Kräfte Südkoreas von den USA buchstäblich mit der neuesten amerikanischen Ausrüstung ausgestattet. 1958 wurden sogar Atomwaffen eingeführt. Am 28. März 2013 haben die USA aus dem Bundesstaat Missouri strategische Tarnkappenbomber W-2A und andere Angriffswaffen nach Südkorea gebracht. Die 7. Flotte steht bereit, zu deren Bestand drei atomare Unterwasserkreuzer gehören, die jeweils 25 Tomahawk-Raketen tragen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind dort 30.000 amerikanische Soldaten stationiert. Die südkoreanische Armee führt jährlich unter dem Kommando amerikanischer Militärs sogenannte „Militärübungen“ durch, die nicht weniger zwei Monate dauern, und die als „defensiv“ bezeichnet werden, obwohl sie die koreanische Halbinsel ständig an den Rand des Krieges bringen.

Die USA – eine Bedrohung für das Leben der ganzen Menschheit
Jahrzehnt um Jahrzehnt verübten die USA gegen den kleinen sozialistischen Staat Boykotte und Sanktionen, Provokationen und Blockaden, Drohungen und Erpressung … In der asiatisch-pazifischen Region gibt es Dutzende von Militärstützpunkten der USA. Sie sind ein sicheres Instrument für die Dominanz dieser imperialistischen Räuberbanden in der Welt und eine Bedrohung für das Leben der ganzen Menschheit …
Die Manöver mit den nuklearen Angriffswaffen schüren die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel und zwingen Nordkorea, seine militärischen Kräfte zu mobilisieren, die Militärausgaben zu erhöhen und auf seinem Territorium ebensolche Militärmanöver durchzuführen. Die Antwort auf die Atomwaffen der Führers der imperialistischen Gesellschaft konnte nur sein: die Herstellung und Erprobung von Atomwaffen. Dabei darf man auch die Stunden der tragischen Ereignisse zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf unserem Planeten nicht unberücksichtigt lassen! – So wurde die Koreanische Volksdemokratische Republik zu einer Atommacht!
Ein fataler Fehler…
Stephen Gowans erinnert uns daran, daß die Amerikaner den Irak erst überfallen haben, nachdem Saddam Hussein die Forderung der USA erfüllt hatte, die Massenvernichtungswaffen zu zerstören. Und die Absage des Führers Libyschen Volksjamahirija, Muhammar Ghaddafi, zur weiteren Entwicklung eines eigenen Programms von Massenvernichtungswaffen wurde sein schicksalhafter strategischer Fehler, der das libyschen Volk teuer zu stehen kam. „Wer hätte gewagt, sich mit Ghaddafi oder Saddam Hussein anzulegen, wenn sie über ein nukleares Potential verfügt hätten?“ – diese Frage stellt Amir Eshel, der ehemalige Planungsleiter und heutige Luftwaffenchef der israelischen Armee. Und er antwortet selbst: „Niemand hätte es gewagt.“
Das wiederholt auch General Kevin P. Chilton, das Chef des Strategischen Kommandos der USA: „Während der 65jährigen Geschichte der Atomwaffen ist keine Atommacht jemals erobert worden und trug auch nicht das Risiko von Eroberungen.“ Stephen Gowans bringt Zitate aus der amerikanischen Presse, aus „The New York Times“ und „The Washington Post“. Es ist angenehm zu wissen, daß man auch im Lager der Feinde Vernunft antrifft. Die Zerstörung Libyens, des am höchsten entwickelten Staates in Afrika, durch die neofaschistischen Truppen der NATO, hat bei den Koreanern die Überzeugung von der Richtigkeit der Songun-Politik bestärkt, daß es notwendig ist, die Militärmacht mit Hilfe der nuklearen Komponente zu befestigen.
Speichellecker…
Der 12. Dezember 2012 war in der KVDR ein Feiertag – es wurde der erste koreanische Satellit in den Kosmos gestartet. Der Westen ist vor antikommunistischer Hysterie wieder schier geplatzt, um zu beweisen, daß die KVDR kein Recht darauf hat, Satelliten in den Kosmos zu starten. Und erneut gibt es vor Washington speichelleckerische Resolutionen des Sicherheitsrats gegen die KVDR …
Der UNO-Sicherheitsrat, wie auch die UNO selbst, haben bei den progressiven Kräften der Erde ihre Autorität verloren. Wer es sehen will, der kann feststellen, daß diese Organisation seit langem mit zweierlei Maßstab mißt. Internationale Gerechtigkeit und Unvoreingenommenheit sind ihr fremd. „Die internationale Gesetzlichkeit“ und „allgemeinmenschliche Werte“ sind für sie nicht mehr als ein heuchlerischer Vorwand. Von Objektivität der Betrachtung internationaler Fragen kann auch in den Sitzungen der UNO keine Rede sein. Diese Organisation wurde zu einem Hilfsorgan der Washingtoner Administration, die seit langem selbst nur ein Instrument transnationaler Gesellschaften ist. Während der Existenz der UNO wurden auf der Erde mehr als 9.000 mal Satelliten gestartet und über 2.000 Atomtests durchgeführt. Aber es gab keine Resolution der Sicherheitsrat der UNO über das Verbot nuklearer Tests und des Starts von Sputniks. Am meisten übten sich die Amerikaner bei der Vervollkommnung ihrer Atomwaffen, sie erprobten sie erstmals im Mai 1945 an friedlichen Japanern, wobei mehr als 200.000 unschuldige Einwohner der Städte Hiroshima und Nagasaki getötet wurden.
Was ist das Ziel der USA in Korea?
Und was wollen nun die USA von Nordkorea? Das gleiche, wonach sie in allen Ländern der Erde streben. Das sozialistische Korea ist unzugänglich für die imperialistische Ausbeutung, und soll für den offenen Markt zugänglich sein. Es soll sich dem kapitalistischen System unterordnen, sich seinen ökonomischen Gesetzen unterwerfen, es soll das Ergebnis seines Landes, der Betriebe, der Bergwerke und Minen in privaten Hände legen. Es soll das Privateigentum und das private Unternehmertum zur Grundlage der Wirtschaftswirtschaftsführung machen, die Zentralbank vom Staat unabhängig machen und dem ausländischen Kapital gestatten, sich in die Wirtschaft des Landes einzumischen. Es soll dem weltweiten Kapital die Freiheit geben, aus den koreanischen Naturreichtümern ihren Profit herauszuziehen. Nordkorea ist die einzige verbliebene Oase des Kommunismus auf der Erde. Die USA haben das Ziel gesetzt, es zu zerstören. Gerade deshalb ist es die Verantwortung aller Kommunisten unseres Planeten, die Stimme zum Schutz des Volkes von Nordkorea gegen die faschistischen Bestrebungen der USA zu erheben.

Aus der Erklärung des Außenministers der KVDR:
„Unser Land ist zur endgültigen Schlußfolgerung gekommen, und unsere Überzeugung hat sich darin bestätigt, daß die Demontage des nuklearen Potentials auf der koreanischen Halbinsel unmöglich ist, solange die Welt nicht darin überein gekommen ist, daß eine weltweite nukleare Abrüstung notwendig ist, und solange die USA ihre unverändert feindselige Politik gegenüber der Koreanischen Volksdemokratischen Republik fortsetzen.“
Ljubow Pribytkowa, 7. April 2013
(Übersetzung u. Zwischenüberschriften: Michael Bauer)

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